Residenzstaffel 1995

 

Die "Siebold 5" und ihr Start bei der Residenz-Staffel

Wohngemeinschaft plus Freunde

Würzburg - "Die Goldene, die Goldene! Wir wollen die Goldene", feuern die Staffelläufer der "Siebold 5" ihren Startläufer an. Nein, bloße Mitläufer sind sie keinesfalls, obwohl sie sich erst vor ein paar Tagen bei Kaffee und Kuchen dazu entschlossen haben, in der Staffel beim 7. Würzburger Residenzlauf mitzulaufen.

Christina Neidert, die sich eigentlich ganz auf den Hauptlauf konzentrieren wollte, wurde gar erst drei Stunden vor dem Staffelbeginn aus den Federn geklingelt. Mit 35 bis 40 Trainingskilometer in der Woche hält sich die 26 Jahre alte Germanistik-Studentin fit.

Ähnlich überraschend wird der kurzfristige Anruf für Uwe Reinecke gekommen sein. Kaum hatte der Lehrer im oberbayerischen Ettal (bei Oberammergau) seine Abituraufgaben korrigiert, machte er sich auf den Weg ins 400 Kilometer entfernte Würzburg. "Wir haben einfach eine Dienstverpflichtung ausgesprochen", kommentiert Gunter Schunk, Kopf der "Siebold 5", trocken.

Während dem Würzburger Residenzlauf dieses Jahr erstmals der "Lauf der Asse", und damit der internationalen Flair fehlte, sorgten ein Schwede und ein Italiener in der Sieboldstaffel für Farbe.

Blutrot waren am Ende die Unterarme von Teamchef Günter Schunk gefärbt. "Ich hätt' ihn ja fast noch gekriegt", keucht er noch ganz außer Atem. Nach einem langgezogenein Schlußspurt gegen den Schlußläufer des Würzburger Zehnkampfteams stolperte er kurz nach dem Zielstrich, landete auf hartem Asphalt auf der Nase.

Nein, so ganz nach Wunsch ist es bei der "Siebold 5" dann doch nicht gelaufen. Zwei ihrer besten Läufer bewältigten ihre 400 Meter-Runde in 62 Sekunden. Obwohl sie sich für ein paar 'Stilfotos' bei der Stabübergabe Zeit lassen wollten, "hat uns der Ehrgeiz dann doch gepackt", sagt Christina.

"Nach 300 Metern fehlten mir noch 100 Meter. Die anderen waren schon im Ziel, als ich sie noch packen wollte", steckte dem Oberammergauer Deutschlehrer nicht nur der Schweiß im Nacken. Mit einer knappen Sekunde Rückstand schrammte seine Staffel letztendlich am vorletzten Platz vorbei.

Doch schließlich konnte es ja von Anfang an nichts werden, mit der Goldenen. Aus der Traum für die "Siebold 5" - ein Team einer Wohngemeinschaft samt Freunden in gleichnamiger Straße - noch bevor das Rennen gestartet wurde. Denn es gab gar keine goldene. Sie wollten die goldene 'Staffelkeule', oder einfach die 'Staffel', statt in richtiger Terininierung und damit auch maskulinem Artikel den Staffelstab. Staffelstäbe hin - Artikel her: Der Spaß wechselte nie die Seite. Thomas Winzenhöler

Residenzstaffel
Pack zu! Die "Siebold 5" beim Wechsel des Staffelstabs von Cristina Neidert auf Hans-Dieter Wolf. In der Bildmitte Alfred Langenbrunner, sportlicher Leiter des Residenzlaufes. Foto Winzenhöler.

(Artikel erschienen in der Mainpost vom 2. 5. 1995)